Wer zum ersten Mal eine Website für sein Unternehmen anfragen will, landet schnell in einer Preislandschaft, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet: 800 € beim Freelancer auf Empfehlung des Nachbarn, 15.000 € beim ersten Agenturangebot, 49 € pro Monat beim Baukasten. Was stimmt davon – und was bekommt ihr wirklich dafür? Die ehrliche Antwort: alles davon kann richtig sein, je nachdem, was ihr tatsächlich braucht. Das Problem ist, dass die meisten Auftraggeber das zum Zeitpunkt der Anfrage noch nicht wissen.


Die Preisspanne im Überblick
Bevor wir in die Details gehen, ein grober Orientierungsrahmen für den Münchner Markt 2026:
Template-Website mit Baukasten (Squarespace, Wix, Jimdo): 0–2.000 € einmalig, dazu 15–50 € monatlich. Macht ihr alles selbst, zahlt ihr nur das Abo. Beauftragt ihr jemanden mit dem Setup, rechnet mit 500–2.000 € einmalig.
Freelancer (individuell, WordPress oder ähnlich): 3.000–10.000 €. Hier variiert die Qualität stark. Ein guter Freelancer mit Münchner Marktniveau liegt realistisch bei 60–100 € pro Stunde.
Kleine bis mittelgroße Agentur: 10.000–30.000 € für eine professionelle Business-Website mit individuellem Design, sauberem CMS und Basisoptimierung.
Fullservice-Agentur oder komplexe Projekte: 30.000–80.000 € und mehr – bei Enterprise-Funktionen, mehrsprachigen Shops, umfangreichen Integrationen oder sehr aufwendigem UX-Prozess.
Das sind keine Phantasiezahlen. Das sind die realen Bandbreiten, mit denen wir täglich konfrontiert werden.
Was den Preis wirklich treibt
Design-Komplexität und Individualität
Der größte Preistreiber überhaupt: Wie individuell soll es sein? Ein Projekt, das mit einem vorhandenen Template startet und nur angepasst wird, kostet einen Bruchteil dessen, was eine komplett neue visuelle Sprache kostet – eigene Icons, animierte Illustrationen, ein maßgeschneidertes Grid-System.
In München ist der Anspruch an Design oft höher als in anderen Städten. Viele Unternehmen hier konkurrieren um eine kaufkräftige, designaffine Zielgruppe. Das treibt zu Recht das Niveau – aber auch das Budget.
Funktionen und Integrationen
Eine klassische Unternehmenswebsite mit Startseite, Leistungen, Team und Kontakt ist überschaubar. Sobald folgendes dazukommt, steigt der Aufwand spürbar:
- Buchungssysteme (Calendly-Einbindung ist günstig, ein eigenes System teuer)
- Kundenportale oder Login-Bereiche
- Konfiguratoren (Produkte individuell zusammenstellen)
- Mehrsprachigkeit mit echtem Übersetzungs-Workflow
- CRM- oder ERP-Anbindungen
Jede dieser Funktionen multipliziert den Aufwand, nicht addiert ihn. Komplexität wächst nicht linear.
Das CMS: Freiheit hat ihren Preis
WordPress ist nach wie vor Standard und für viele Projekte die richtige Wahl. Gut konfiguriert mit einem modernen Builder kostet die Einrichtung weniger als eine Custom-Lösung – aber schlechte WordPress-Instanzen sind ein Sicherheitsalptraum.
Headless CMS wie Sanity, Contentful oder Storyblok werden in München häufiger nachgefragt, weil sie sauber mit modernen Frontend-Stacks (Next.js, Astro) zusammenspielen. Das ist technisch besser – aber auch teurer in Entwicklung und Setup.
Webflow liegt dazwischen: visueller Builder mit echtem Code-Output, gut für Design-getriebene Projekte, eingeschränkt bei sehr komplexer Logik.
SEO, Texte und Fotos
Das ist der blinde Fleck der meisten Kalkulationen: Eine Website ohne Inhalte ist eine leere Hülle. Wenn ihr keine professionellen Texte habt, zahlt ihr 800–3.000 € extra für einen Texter. Professionelle Fotos in München: 1.500–5.000 €. SEO-Onpage-Optimierung: je nach Umfang 1.000–5.000 €.
Wer Angebote vergleicht, muss fragen: Sind Texte und Fotos inklusive – oder nicht?
Freelancer vs. Agentur vs. Baukasten: ein ehrlicher Vergleich
Baukasten (Squarespace, Wix & Co.)
Vorteile: Günstig, schnell online, selbst bedienbar, kein Entwickler nötig für Anpassungen.
Nachteile: Technisch limitiert, SEO-Performance oft schwächer, keine individuelle Logik möglich, ihr zahlt dauerhaft – und habt am Ende nichts Eigenes. Wenn die Plattform die Preise erhöht oder dichtmacht, sitzt ihr ohne Export in der Klemme.
Für wen geeignet: Soloselbstständige, Freelancer, lokale Kleinstbetriebe mit maximal 5 Seiten und ohne Wachstumsambitionen.
Freelancer
Vorteile: Direkter Kontakt, oft flexibel, günstiger als Agenturen, viele Spezialisten in München verfügbar.
Nachteile: Verfügbarkeit ist das Hauptrisiko. Was passiert, wenn euer Freelancer krank wird, umzieht oder das Projekt abbricht? Kein Backup, keine interne QS, keine zweite Fachkraft die mitdenkt.
Für wen geeignet: Mittelgroße Projekte bis ~15.000 €, wenn ihr bereits Erfahrung mit Webprojekten habt und die Risiken kennt.
Agentur
Vorteile: Mehrere Fachleute (Design, Entwicklung, SEO, Projektmanagement), Prozesse, klare Verträge, langfristige Betreuung möglich.
Nachteile: Teurer, manchmal langsamer durch Abstimmungsschleifen, Gefahr von Overengineering bei kleinen Projekten.
Für wen geeignet: Projekte ab 10.000 €, wenn Qualität, Zuverlässigkeit und Betreuung über Ersparnis gehen.
Versteckte Kosten, die niemand nennt
Das Angebot sieht gut aus – und dann kommen die Extras. Diese Kosten tauchen in vielen Angeboten nicht auf:
Hosting: 10–80 € pro Monat, je nach Anforderungen. Managed WordPress-Hosting ist teurer als ein Shared-Server, aber deutlich stabiler.
SSL-Zertifikat: Bei seriösem Hosting inklusive, sonst 50–100 € pro Jahr.
Domain: 10–50 € pro Jahr für eine .de-Domain, mehr für Premium-Domains.
Wartung und Updates: WordPress ohne Wartung ist ein Sicherheitsrisiko. Plant 50–200 € pro Monat für einen vernünftigen Wartungsvertrag ein.
Textpflege und Content-Updates: Wer aktualisiert die Seite nach Launch? Jede Stunde Agenturzeit kostet 80–150 €.
DSGVO-Tools: Cookie-Consent-Management (z. B. Usercentrics) kostet 10–50 € pro Monat.
Was ihr in welchem Budgetbereich wirklich bekommt
Bis 3.000 €: Eine sauber aufgesetzte Template-Website, vielleicht mit kleinem Freelancer-Budget für Anpassungen. Gut für den schnellen Start, aber keine Wettbewerbswaffe.
3.000–8.000 €: Ein Freelancer-Projekt mit individuellerem Design, CMS-Integration, Basisoptimierung. Solide Lösung, wenn der Freelancer gut ist.
8.000–20.000 €: Der Bereich, wo professionelle Agenturen echtes Handwerk liefern können: strategischer UX-Prozess, sauberes Custom Design, moderne Technik, SEO-Grundlage, Launch-Begleitung.
Ab 20.000 €: Individuelle Funktionen, Integrationen, Performance auf Enterprise-Level, Mehrsprachigkeit, komplexe Redaktionsprozesse. Kein Luxus – einfach der reale Aufwand.
Was eine gute Kalkulation wirklich braucht
Die häufigste Ursache für unbrauchbare Angebote ist eine zu vage Anfrage. Wer schreibt „Ich brauche eine Website für mein Unternehmen", bekommt entweder pauschale Angebote oder keine Antwort.
Was ihr für eine belastbare Kalkulation braucht: Anzahl der Seiten, gewünschte Funktionen, Zielgruppe, vorhandene Inhalte (Texte, Fotos), bevorzugte Plattform – und ehrliche Aussagen darüber, wer die Website nach Launch pflegt.
Wenn ihr diese Fragen noch nicht beantworten könnt, ist das kein Problem – aber dann ist der nächste Schritt kein Angebot, sondern ein Gespräch. Kommt auf uns zu: In einem kostenlosen Erstgespräch helfen wir euch, euer Projekt zu schärfen – und danach bekommt ihr eine Kalkulation, die keine bösen Überraschungen hält.